2020Revitalisierung Donauursprung – mehr Lebensqualität für Mensch und Natur

Ziel der Revitalisierung des Donauursprunges ist ein guter ökologischer Zustand des Gewässers nach Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Gleichzeitig wird der Ursprung des zweitlängsten Flusses in Europa aus dem Korsett der Flussbausteine befreit sowie naturnah und erlebnisreich für Mensch und Natur neu gestaltet.

  • Auftraggeber

    • Regierungspräsidium Freiburg Ref. 53.1 – Gewässer I. Ordnung, Hochwasserschutz und Gewässerökologie – Planung und Bau
  • Zeitraum

    • 2014-2021
  • Leistungsphasen

    • 1-8
  • Projektort (Google Maps)

  • Projektdetails (PDF)

Die Planung zur Revitalisierung des Donauursprungs

Brigach, Breg und Donau sind in früheren Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten begradigt worden. Das Gewässerumfeld, die ehemalige Aue, wurde und wird intensiv durch den Menschen genutzt. Gewässertypische Strukturen und die eigendynamische Entwicklung der Gewässer fehlen heute weitgehend. Der Lebensraum für gewässer- und auebewohnende Pflanzen und Tiere ist nur noch sehr eingeschränkt vorhanden.

Das Rad der Zeit kann nicht zurückgedreht werden", intensive Nutzung und bauliche Infrastruktur in unmittelbarer Nähe der Gewässer verhindern dies. Dennoch wird dem Gewässer durch die Maßnahme mehr Raum gegeben, um sich naturnah und eigendynamisch zu entwickeln.

Die Planung zur Revitalisierung des Donauursprungs sieht vor, im Unterlauf der Breg das Vorland bis auf die anstehende Kiesschicht abzutragen und die vorhandene Uferbefestigung zu entfernen. Totholz als Strukturelement soll die eigendynamische Entwicklung innerhalb des bestehenden Gewässerprofils fördern. So können sich geeignete Lebensräume für Fische und Fischnährtiere entwickeln und erhalten.

Die Wasserkraftnutzung im fürstlichen Park wird aufgegeben, so dass das Wehr in Allmendshofen abgebrochen und die Durchgängigkeit des Flusses wiederhergestellt werden kann. Dadurch verbleibt in der Breg vor allem bei Niedrigwasser deutlich mehr Wasser im Gewässerbett (Vollwasserstrecke); die eigendynamische Entwicklung des Gewässers wird begünstigt.

Künftiger Mündungsbereich als Kernstück der Maßnahme 

In der Brigach kann mit Rücksicht auf den bestehenden Hochwasserschutz und die vorhandene Infrastruktur nicht so weitreichend eingegriffen werden wie an der Breg. Dennoch soll auch hier durch strömungslenkende Maßnahmen der ökologische Zustand verbessert werden.

Kernstück der Maßnahme ist der künftige Mündungsbereich und Beginn der Donau, ca. 300 Meter oberhalb des heutigen Zusammenflusses. Der Raum für die Gestaltung einer dynamischen Flusslandschaft wird durch den großflächigen Abtrag des Geländes, auf dem bis vor Kurzem noch die Anlagen des ehemaligen Kreistierheimes und des Hundesportvereins standen, geschaffen. Gleichzeitig wird die Breg ca. 150 m südlich der heutigen Grundbrücke umgeleitet und mündet ca. 300 m weiter im Westen in die Brigach. Hierzu wird eine neue Brücke für den Brigachweg über den neuen Gewässerlauf gebaut.

Die ca. 50.000 m³ Erdaushub aus der Maßnahme werden genutzt, um östlich des Mündungsbereichs einen Sicht- und Lärmschutzwall zur Bundesstraße hin zu schütten. Dort sollen sich durch Initialpflanzungen und Sukzession Gehölze entwickeln.

Für Besucher des neuen Mündungsbereiches werden Stege und Aussichtsplattformen erstellt. So können die Menschen den Zusammenfluss erleben, ohne Tiere und Pflanzen zu stören.

Der erste Bauabschnitt der Maßnahme mit der Ausgestaltung des neuen Mündungsbereichs ist abgeschlossen. Aktuell laufen die Arbeiten an der Brücke für das neue Bregbett. Ab Juni 2021 werden die Arbeiten im Gewässerbett wieder aufgenommen und bis Ende September 2021 abgeschlossen. Anschließend kann die Natur die neue Flussaue weiter gestalten. Dies wird künftig durch ein breit angelegtes Monitoring begleitet.

Der Baufortschritt kann über zwei Webcams live miterlebt werden:

Medienecho

"Untersteller: Donau-Renaturierung hat "riesige Bedeutung"", SWR-Aktuell, 07.07.2020

„Donauursprung wird naturnah erlebbar“, Pressemeldung des Regierungspräsidiums Freiburg vom 07.07.2020 zum Spatenstich

„Der Donauursprung wird vorzeigbar gemacht“, Stuttgarter Zeitung 09.09.2021

„Arbeiten zur Revitalisierung des Donauursprungs gehen voran“, Pressemeldung des Regierungspräsidiums Freiburg vom 11.09.2020

„Umbau des Donauursprungs geht in die nächste Phase“, Schwarzwälder Bote vom 14.09.2020

„Ein Bauprojekt mit Vorbildcharakter“, Südkurier vom 23.09.2020

„Naturschutz spielt wichtige Rolle“, Schwarzwälder Bote vom 24.09.2020

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