Eröffnung Steg durch die Marienschlucht

Nach einem tödlichen Unfall im Jahr 2015 wurden die Schlucht und zahlreiche Wege am nördlichen Ufer des Bodanrücks gesperrt. Seit 2018 arbeiteten wir zusammen mit dem Büro Dr. Spang aus Esslingen (Geologie und Felsbau) daran, diese wunderschöne Steiluferlandschaft wieder sicher und naturverträglich zu erschließen.

Bereits 2021 konnte ein Wegeabschnitt am Seeufer zwischen Wallhausen und dem Schiffsanleger bei der Schlucht wieder für Wanderer freigegeben werden. Gefahrenpunkte am Fels und umgestürzte Bäume wurden beräumt, Wege teils neu trassiert und mit einfachen Mitteln nach langer Sperrung wieder hergestellt.

Als letzter Abschnitt wurde jetzt der Panoramasteg durch die Schlucht eröffnet. Unser Büro hat hierzu mit dem Büro Spang eine sichere Trasse erkundet, das Architekturbüro Hirthe und das Ingenieurbüro Relling haben dem Steg die jetzige Form gegeben. Um die Sicherheit für die Besucher zu gewährleisten, musste er aus dem Schluchtgrund heraus verlegt werden und führt jetzt in mindestens 10 m Höhe mit 2 m Abstand vom Hang, um kleineren Rutschungen und Steinschlagereignissen Stand zu halten. Aufgrund der dauerhaft feuchten Verhältnisse in der Schlucht wurde er als verzinkte Stahlkonstruktion ausgeführt, die über Druck- und Zuganker gehalten wird. Durch die neue Steganlage eröffnen sich spektakuläre Blicke in die Schlucht und auf den Bodensee - eine Perspektive, die man zuvor nicht hatte. Weiterhin bleibt der Zugang kostenfrei.


Der nachfolgende Film erklärt das Konzept.

Gesamtkonzeption und ökologische Baubegleitung 

Bereits in unserer ersten Machbarkeitsstudie 2021 wurden mögliche Artenschutzkonflikte bei der schwierigen Bauabwicklung in der Schlucht aufgezeigt. Im Zuge Realisierung konnten wir durch Ruhezeiten während der Brut des Wanderfalken, Absperrungen kritischer Bereiche auf den Zufahrtsstrecken und durch die ökologische Baubegleitung die Auswirkungen minimieren.

Zusammen mit der Schlucht konnte auch der Uferweg nach Bodman wieder freigegeben werden. Hier sorgt ein Überwachungskonzept des Büros Dr. Spang mit jährlicher Begutachtung, Beräumung, Bodensensoren im Steilhang und Kluftspionen am Fels dafür, Gefahrenlagen zu erkennen. Bei kritischen Wetterlagen werden dann Tore durch einen Wegwart geschlossen und die Wanderer über einen anderen Weg umgeleitet.

Gleichzeitig sollen mit Eröffnung des Weges durch die Schlucht andere Wege aufgegeben und unkenntlich gemacht werden, um die Menschen im Bereich der Schlucht zu konzentrieren, an anderer Stelle aber beruhigte Zonen zu schaffen.

Somit ist es jetzt seit 11 Jahren erstmals wieder möglich das gesamte Nordufer des Bodanrücks zu durchwandern und diese einzigartige Steiluferlandschaft zu erleben.


Ein besonderer Dank gilt hierbei auch den in der Umsetzung beteiligten Firmen (Crestageo, Stahlbau Rettich, Franz Hochleitner, Hildebrand, Lindenmeyer), die sich bei diesem außergewöhnlichen Projekt unter teils schwierigsten Bedingungen eingebracht haben!

Weitere Informationen zur Marienschlucht:

Flyer Marienschlucht

Südkurier 28.03.2026

Südkurier 29.03.2026


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