Machbarkeitsstudie Alte Poliere Vöhringen

Gemeinsam mit dem Büro Günther Prechter, Dr.-Ing. Architekt und Stadtplaner, aus Bregenz haben wir eine Machbarkeitsstudie für die Stadt Vöhringen erarbeitet. Dort wurde schon lange darüber nachgedacht, zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt einen Stadtgarten anzulegen. Unsere Studie umfasste die folgenden Umgestaltungspunkte:

  • Verkehrsberuhigung der Straße
  • Zugänglichkeit zum Wasser schaffen
  • Neuaufstellung eines historischen Mühlrades
  • Sportangebote in die Freianlagen
  • Bau eines “Kleinen Kulturhauses“

(Bild oben: Rendering www.expressiv.at, Michael Sohm)


Link zum Lageplan

Die Ausgangslage zeigt sich trist. Ein großer, vollständig asphaltierter und in die Jahre gekommener Parkplatz am Rande des Bahnhofs, ein Bachlauf namens Mühlbach, ein Kraftwerkskanal aus dem 19.Jahrhundert.

Maßnahmen

1. Der Kanal

Der das Planungsgebiet durchfließende Bach wird derzeit kaum wahrgenommen. Er soll nach der Umgestaltung der Mittelpunkt des neu gestalteten Areals werden.

Er ist ein Teil des Altenstädter Kanals. Sein Wasserstand wird künstlich reguliert und die von ihm ausgehende Hochwassergefahr ist gering. Als technischer Wasserlauf steht die Durchgängigkeit für Fische und Makrozoobenthos im Hintergrund, so dass Einbauten und Veränderungen eher genehmigungsfähig sind als in einem natürlichen Gewässer.

Die Planung sieht vor, den Bach aus seinen Flussbausteinkorsett zu befreien. Die zwei vorhandenen kleineren Abstürze könnten zu einem vereint werden und es besteht die Möglichkeit, hier nach dem Vorbild des Münchner Eisbaches bzw. des Almkanals von Salzburg eine Surfwelle entstehen zu lassen.

Sitzstufen in Kombination mit Holzdecks ermöglichen den Zugang zum Bach und bieten gleichzeitig eine Tribüne für Zuschauer und wartende Sportler.

Ein Teil des Ufers könnte nach Abbruch der Ufermauer abgeflacht werden. Hier könnte man entlang eines Handlaufes im Storchengang nach der Methode von Sebastian Kneipp seiner Gesundheit Gutes zu tun. Das flache, kiesige Ufer lädt darüber hinaus Kinder ein, am Wasser zu spielen. Auch hier bieten Sitzstufen die Möglichkeit, das Treiben und das dahinfließende Wasser zu beobachten.

Im Umfeld der Kulturscheune wird das Ufer als harte Kante mit Geländer ausgeführt. So kann das Mühlrad der Brucklesmühle, dass hier wieder aufgebaut werden soll, aus nächster Nähe in Aktion bestaunt werden.

2. Pflanzung

Die Uferböschungen werden naturnah mit heimischen Gehölzen bepflanzt. In Verbindung mit Hochstaudensäumen werten diese den Gewässerabschnitt auch ökologisch auf.

An Stellen, wo kein Raum für Uferabflachungen ist, wie z.B. gegenüber der Terrasse des Café Vida (ehemals Wieland-Rentnerheim) werden Vegetationswalzen den Mauern vorgelagert.

3. Sport- und Freizeitangebote in den Freiflächen

Der neue Stadtgarten bietet zahlreiche Attraktionen für alle Generationen, z.B. Boulespiel, Tischtennis, Slacklines, Kneip-Möglichkeit, Surfen auf dem Kanal, Naturerlebnis mit dem Barfußpfad und den Hochbeeten, die mit Heilkräutern nach Kneipp errichtet werden. Eine Infotafel soll über die 5 Kneippschen Säulen zur Erhaltung der Gesundheit informieren.

4. Verkehr

Der nördliche Teil der Richard-Wagner-Straße, in Vöhringen als „Alte Poliere“ bekannt, wird vom „Notparkplatz“ zu einem attraktiven Teil des Parks umgebaut. Aus der kurzen maroden Abkürzungsstrecke wird eine attraktiv gestaltete Verbindung.

Die eigentliche Fahrbahn soll deutlich verschmälert werden. Diese soll leicht geschwungen als Weg im Park trassiert werden. Die Oberfläche wird in einer Asphaltart ausgeführt, die optisch einer wassergebundenen Decke gleicht.

Die Anzahl der Stellplätze soll auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Bei Veranstaltungen stehen darüber hinaus mehrere Stellplätze auf Schotterrasenflächen östlich der Kulturscheune zur Verfügung.

Es wird angestrebt den Verkehr bei der „Alten Poliere“ erheblich zu reduzieren, jedoch nicht ganz herauszunehmen. Durch die Ausweisung des Bereichs südlich der Stellplätze als „Spielstraße“ begegnen sich alle Verkehrsteilnehmer auf Augenhöhe.

Für Fußgänger wird ein 250m langer Rundweg gebaut. Dieser verläuft teilweise direkt entlang des Wassers, teilweise durch den dicht mit Bäumen bestandenen Park. Eine neue Fußgängerbrücke im Süden verbindet die beiden Seiten des Baches und schließt den Rundweg.

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