Als letzter Abschnitt wurde der Panoramasteg durch die Schlucht eröffnet. Das Architekturbüro Hirthe und das Ingenieurbüro Relling gaben dem Steg gemeinsam mit unserer Planung seine heutige Form.
Um die Sicherheit der Besucher dauerhaft zu gewährleisten, wurde der Weg vom Fuß der Schlucht wegverlegt. Er verläuft nun in einer Höhe von mindestens 10 Metern sowie zwei Meter vom Hang entfernt. Dieser Abstand ermöglicht es der Konstruktion, kleinere Erdrutsche und Steinschläge unbeschadet zu überstehen. Aufgrund der dauerhaft feuchten Bedingungen in der Schlucht wurde der Steg als verzinkte Stahlkonstruktion ausgeführt, die durch Druck- und Zuganker im Fels befestigt ist.
Dank des Steges konnte auf großflächige Steinschlagnetze am Hang verzichtet werden, welche die empfindliche und außergewöhnliche Vegetation stark beeinträchtigt hätten. An den feuchten Fugen der Felsbänder wächst eine einzigartige Flora: Moose bilden hier zusammen mit dem kalkhaltigen Wasser wertvollen Kalktuff. Ein weiteres wichtiges Beispiel ist der Wasserdost (Eupatorium cannabinum), welcher der seltenen Schmetterlingsart „Spanische Flagge“ (Euplagia quadripunctaria) als Hauptnahrungsquelle Nahrungsgrundlage dient.
Während der Umsetzungsphase wurden die Auswirkungen der Bauarbeiten minimiert, indem man Arbeiten während der Brutzeit des Wanderfalken vermied und kritische Zonen entlang der Wanderwege absperrte. Durch den Einsatz eines Seilkransystems wurden Hubschrauberflüge auf ein Minimum reduziert. Erodierte Uferzugänge wurden mittels Krainerwänden – einer ingenieurbiologischen Bauweise – gesichert. Koordiniert und optimiert wurde jeder Planungsschritt durch die ökologische Baubegleitung von 365° freiraum + umwelt.